Vorankündigung
[inspic=26,leftclear,fullscreen,240]
17.10.2008, 20:00h:
pøpsicle / point counterpoint
Musikhalle Portstrasse, Oberursel/TS
(wie hier schon angedroht wurde…)
Zwischen Mallorca, der Ostseeküste und den Ärzten
Frisch aus dem, von neu entdeckter Musik, geprägten Urlaub zurück, möchte ich doch gerne meine Eindrücke der zuletzt gehörten Alben abgeben, weil einiges Überraschendes dabei war.
Um mit dem schlimmsten anzufangen: Das neue Ärzte-Album „Jazz ist anders“.
Als lokalpatriotischer Berliner, und auch, weil Farin und Bela aus meiner Hood kommen und Zwanzig Jahre vor mir in den gleichen Jugendclubs rumgehangen haben, finde ich die Ärzte wirklich großartig. Doch was sich die Herren beim neuen Album gedacht haben? Vor ein paar Wochen kam ein Masters auf einem völlig unbedeutenden Musiksender, wo die Band auch viel über dieses Album redete. Wie entspannt das Songwriting ablief, alle ihre Ideen einbringen konnten. Die Musikpresse sprach teilweise sogar von tiefgehenden und sozialkritischen Texten, die man von den Ärzten nicht kennt.
Als wir dann das Album auf der Fahrt nach Palma hörten, traute ich kaum meinen Ohren. Musikalisch durchaus weiterentwickelt – vor allem soundmäßig – wurde ich von offensichtlichen pubertär-intellektuellen und -sozialkritischen Texten erschlagen. Möglicherweise wurde ich in den letzten Jahren durch Rio und Kettcar etwas verwöhnt, doch ich glaube objektiv behaupten zu können, das Texte a la „…Du bist immer dann am besten, wenn Du es nicht erwartest…„, „…Lass die Leute reden, sie können es nicht anders…“ oder „…ich bin für immer breit (vom kiffen)“ nicht in die Kategorie der Texte mit Tiefgang gehören. Schon gar nicht von älteren Herren, die schon zu Glanzleistungen wie „Zu Spät“ oder „Hurra“ fähig waren. Gefallen wird es den „echten“ Fans allemal.
Eine nette Überraschung war dann aber Jennifer Rostock, die im Gegensatz beweisen, dass man in jungen Jahren auch eine einfache Wortwahl in gute Texte packen kann ohne so extrem-intellektuell wie Die Sterne oder Kettcar zu wirken.
Der Zufallskauf von Micky Green’s Album „White T-Shirt“ hat sich wirklich gelohnt, denn sie schafft es die prägenden Frauen der letzten Jahre zu vereinen und einen tollen Mix aus Minimal House, Folk und Pop zu schaffen.
It’s been such a long time
Nach über vier Jahren ist es bald so weit: pøpsicle betritt endlich wieder die Bühnen dieser Welt um ihre Songs einer breiten Öffentlichkeit feil zu bieten.
Der erste Konzert-Termin steht nun fest (weitere folgen in Bälde): Am Freitag, den 17.10.2008 treten wir mit neuer Rhythmus-Sektion in der Oberurseler Musikhalle Portstraße auf. Dort haben wir zuletzt am 26.09.2003 gemeinsam mit Lennard und Answer:42 (mittlerweile zu Myris evolviert) das Publikum gerockt.
Diesmal spielen wir zusammen mit PointCounterpoint, der Band unseres ehemaligen Bassisten Carl.
Bis dahin gibt’s zwar noch ein bißchen was für uns zu tun (Stichwort “Work Hard, Play Harder“), aber wir freuen uns schon riesig drauf.
Keeping it too simple!
Als ich letztens ein wenig nach der deftigen, abgedrehten und streckenweise erschütternden US-Fernsehserie „Saving Grace“ mit Holly Hunter surfte, stieß ich auf der offiziellen Webseite auf ein Musik-Video einer gewissen Gretchen Wilson. Im Zuge der Marketing-Kampagne zum Start der zweiten Serienstaffel in den USA wird offenbar Wilsons neue Nummer “Work Hard, Play Harder“ promoted. Typische Win-Win-Situation, sollte man meinen.
Aber der Song ist so schlimm, wie der Titel schon erahnen lässt. Stilistisch vereint das Stück die schrecklichsten Elemente des Honky-Tonk-Genres, und der unsägliche Text, der wirklich kein Klischee auslässt, ist total inhaltsleer und gibt somit der Hohlwelttheorie eine völlig neue Dimension.
Melodie und Harmonie-Führung von Strophe und Refrain sind überdies eklatant und billig geklaut: Ein bisschen “Achy Breaky Heart” und ganz viel “Cocaine” von JJ Cale.
Wenn ich mir überlege, wie wir uns jede Woche im Proberaum einen abbrechen, auf der Suche nach originellen Song-Ideen und -Texten, komme ich zu dem Schluss, dass wir uns das echt sparen können.
Im Anschluss an das Video von “Work Hard, Play Harder“ folgt übrigens noch der sehr sehens- und hörenswerte eigentliche Titelsong zur Serie, von Everlast. Dieser wiederum ist eine runde Sache und passt hervorragend zu Stimmung und Stil dieser ungewöhnlichen TV-Show.
Dass diese Marketing-Fritzen vom Sender allerdings auf die Idee kommen müssen, einem schlüssigen Serienkonzept so eine Lachnummer zu oktroyieren, ist so unnötig wie typisch.
P.S.: Ganz witzig ist übrigens der Button “Boss Coming“ oben rechts auf der Seite der Video-Webseite. So was sollten eigentlich alle Non-Business-Websites haben.
Wo sind denn all die Rockbands hin?
Ich höre gerade Refused (The shape of punk to come). Nette Vision, dieser Albumtitel, aber mal richtig nachgehackt findet man die Form des „Punk“, wie er wieder kommen sollte nicht.Ich bin ja auch iTunes-Kunde, auch wenn der Franz sagt, das MP3’s immer schlechter klingen, als echte CDs, ich find das recht praktisch: Kein Regalewühlen mehr im favourite record store, kein Beine-in-den-Bauch-stehen mehr beim anhören im Laden.Und so sitze ich mehrmals die Woche vorm Rechner und checke den iTunes Store nach neuer und guter Musik. Das letzte Fundstück war ja immerhin Get Well Soon (siehe weiter unten im auf dieser Seite) und ich finde nur Musik im Genre Rock, die klingt wie Franz Ferdinand oder Razorlight. Ist das jetzt Rock? Dann ist es schade! Letztens wurde ich von The Bronx beeindruckt, aber sowas nur vereinzelte Fundstücke, die mir empfohlen wurden oder über die man rein zufällig stolpert. Wo ist denn nun der shape of punk to come? Haben uns Refused nur verarscht und sich deshalb, viel zu früh, nach diesem Album aufgelöst? Okay, da gibts ja noch die Queens Of The Stone Age, doch ein Album wie Songs for the deaf kommt von denen auch nicht mehr. Ich warte nun schon seit fast sechs darauf. Boy Sets Fire? Aufgelöst! At the Drive-In? Auch vorbei! Gluecifer said farewell (Heul)!Meine Angebetete zeigte mir gestern die Kings Of Leon mit meine Frage nach Rock verbunden. Räusper. Das sind Söhne eines Pfarrers. Wo soll das noch hinführen…

