Und so sah es aus…

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Photo (c) Ms Love

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Photo (c) Ms Love

 

Alder.

Es ist ein Genuss und eine Ehre mit Euch auf der Bühne zu rocken. Punkt. Und gute Nacht, y’all. :-)

 

Countdown läuft

Juhuu,

noch knapp 10 Stunden, dann öffnen sich die Pforten der Musikhalle Portstraße, der Soundcheck ist hoffentlich in trockenen Tüchern, das Lampenfieber kurz vor dem Siedepunkt und natürlich begehren massenhaft Leute Einlass.

Ich liebe dieses Gefühl der Unruhe, der Aufgeregtheit vor einem Auftritt, das sich langsam aufbaut, während man sich langsam an den Auftritt rantastet… zu Hause nochmal das Equipment durchsehen, dann die Klamottenfrage… dann die Fahrt und das Treffen mit den anderen am Proberaum, dumme Sprüche klopfen, das immer sackschwere Verstärkerzeugs in die diversen Autos schaffen, der obligatorische Bick im nun halbleeren Proberaum, ob man nicht doch noch was Vitales vergessen hat… die Fahrt zum Auftrittsort, das Kennenlernen der Crew und der anderen Band… das Schleppen auf des schon wieder schwerer gewordenen Equipments auf die Bühne, die auf einmal garnicht mehr so groß aussieht, wie zuvor… das hektische Suchen nach ausreichend Stromanschlüssen… dann der Soundcheck… höre ich mich gut? Klingt das gut? Und dann das schwarze Loch nach dem Soundcheck und vor der Stagetime… man hat kaum Hunger, geht aber trotzdem noch schnell was essen, kommt etwas runter, ist aufgedreht… und dann gehts los:

I love it.

Also, wir sehen uns heute abend in Oberursel, hoffe ich. :-)

 

College-Rock mit anglophilem Hang

Von Stefanie Wehr

In den USA weiß jedes Kind, was Popsicle ist: Eis am Stiel, oder vielmehr: buntes Wassereis in Plastik. Die Band hat sich natürlich nicht nach dem Wassereis benannt, sondern weil Popsicle einfach ein schönes Wort ist, findet sie, und es steckt die Silbe «Pop» darin. Aber «Popsicle» – das sind Franz Cong Bùi (39), Tom Arnold (41), Roland Kessler (37) und Konstantin Pilic (29) – sind solche Wortspielchen nicht so wichtig, sie wollen vor allem eins: gute Songs machen. Dafür haben die vier einiges an Zeit investiert. Seit Anfang des Jahres wird so gut wie jede Woche geprobt, ob zu zweit, zu dritt oder zu viert. Denn es gilt, das gesamte Repertoire von Grund auf zu erneuern und zu erweitern.

Denn: «Popsicle» ist nicht etwa seit der Gründung vor acht Jahren gemeinsam vor sich hingealtert. Nein, die Band hat sich diverse Male neu formiert und dadurch verjüngt. Ersteres haben sie öfter als Fluch betrachtet, Letzteres sehen sie mittlerweile als Chance. Denn: «Durch neue Mitspieler gewinnen die alten Songs an Qualität», findet Tom.

Doch gäbe es den harten Kern nicht, bestehend aus Sänger Franz und E-Gitarrist Tom, wer weiß, «Popsicle» wären vielleicht schon aus dem Gedächtnis der Frankfurter Rock-Szene verschwunden. Zuerst wurde die Bassistin schwanger, dann stieg der Schlagzeuger aus. Nach nun zweieinhalbjähriger Pause traten zuerst Konstantin, der Schlagzeuger, dann Roland – über das Rock-Forum auf dem Business-Netzwerk Xing – hinzu. Nun sind «Popsicle» wieder ein vollständiges Quartett.

Der letzte Auftritt liegt vier Jahre zurück. Dass man sich wieder an sie erinnert, dafür wird die Band in den kommenden Monaten sorgen. «Wir wollen vor allem endlich wieder öfter live spielen», sagt Gitarrist Tom, «weil das am meisten Spaß macht und die beste Methode ist, um Feedback zu bekommen.»

Im Proberaum in Alt-Heddernheim hängt die Playlist an der Wand. Klassiker wie «Words Like Bombs» und «Yearning» spielen die vier genauso wie neuere Songs. Und die alten Coverversionen von «Weezer» («Say it ain’t so») und Buffalo Tom («Taillights Fade»). Wie die Titel schon andeuten: «Popsicle» verstehen sich als College-Rock-Band. Die Schubladenfrage beantworten sie aber so wenig gerne wie die meisten Bands, man einigt sich zusätzlich auf «Indie-Alternative». Allen voran freut sich Franz, beim nächsten Auftritt seiner (derzeit rauen Stimme) freien Lauf zu lassen. Die Texte stammen übrigens alle aus seiner Feder. «Seit einem Konzert gibt es den Gag, dass die meisten Lieder von Trennung handeln», schmunzelt der Frankfurter vietnamesischer Abstammung. «Das stimmt aber nicht. Sie handeln von teils schwierigen Lebenssituationen wie zum Beispiel Trennungen und anderen Krisen.» Der wieder aufgelegte «Popsicle»-Klassiker «Words Like Bombs» übersetzt Beziehungsstreitigkeiten in militärische Metaphern. «Disintegration» kann man als Trennungssong verstehen, aber es geht um Zeiten im Leben, in denen alles zusammenbricht, letztlich um den Kampf mit sich selbst. Außerdem merkt der Zuhörer den Texten den anglophilen Hang wenn nicht der gesamten Band, so zumindest des Texters, deutlich an. Deutsch zu singen kann Franz sich nicht vorstellen, weil «ich finde, dass die englische Sprache vom Rhythmus her für Rock ’n’ Roll einfach besser geeignet ist.» Und schließlich muss ja der Slogan erfüllt werden: «We are, therefore we rock». Zu sehen sind sie am 17. Oktober zusammen mit «Point Counter Point» in der Musikhalle Portstraße in Oberursel. Wer mehr über «Popsicle» erfahren will, schaue unter http://www.popsicle.de und http://myspace.com/popsicleband.

Frankfurter Neue Presse – 13.10.2008

 

Die Frankfurter Neue Presse war zu Besuch

Vor einiger Zeit hatten wir Besuch im Proberaum und nun gibt es das Ergebnis in der FNP zu lesen:

(…) sondern weil Popsicle einfach ein schönes Wort ist, findet sie, und es steckt die Silbe «Pop» darin. Aber «Popsicle» (…) sind solche Wortspielchen nicht so wichtig, sie wollen vor allem eins: gute Songs machen (…) Allen voran freut sich Franz, beim nächsten Auftritt seiner (derzeit rauen Stimme) freien Lauf zu lassen. Die Texte stammen übrigens alle aus seiner Feder. «Seit einem Konzert gibt es den Gag, dass die meisten Lieder von Trennung handeln», schmunzelt der Frankfurter vietnamesischer Abstammung. «Das stimmt aber nicht. Sie handeln von teils schwierigen Lebenssituationen wie zum Beispiel Trennungen und anderen Krisen.» Der wieder aufgelegte «Popsicle»-Klassiker «Words Like Bombs» übersetzt Beziehungsstreitigkeiten in militärische Metaphern. «Disintegration» kann man als Trennungssong verstehen, aber es geht um Zeiten im Leben, in denen alles zusammenbricht, letztlich um den Kampf mit sich selbst. Außerdem merkt der Zuhörer den Texten den anglophilen Hang wenn nicht der gesamten Band, so zumindest des Texters, deutlich an. Deutsch zu singen kann Franz sich nicht vorstellen, weil «ich finde, dass die englische Sprache vom Rhythmus her für Rock ’n’ Roll einfach besser geeignet ist.» Und schließlich muss ja der Slogan erfüllt werden: «We are, therefore we rock».(…)

FNP-Artikel vom 13.10.2008