Ye Olde Gigs
08/2004 – RadioX
06/2004 – Cave, Frankfurt
10/2003 – Cave, Frankfurt
09/2003 – Musikhalle Portstraße, Oberursel/Taunus
07/2003 – Goldene Krone, Darmstadt
05/2003 – KUZ, Offenbach
05/2003 – Jazzkeller, Hofheim
05/2003 – Kellerclub/Stuz, Clausthal/Zellerfeld
04/2003 – Rangierbar, Flörsheim
12/2002 – Clubkeller, Frankfurt
09/2002 – Recepturkeller, Kronberg
04/2001 – Gambrinus, Bad Homburg
01/2001 – RadioX, Hardcorefrühstück
10/2000 – Recepturkeller, Kronberg
Must have
Nicht, dass das auch hessischer Slang für „Musste haben“ ist, nein, es gibt doch immer wieder Menschen – immer öfter in meiner Umgebung – die meinen zu wissen was ich essen, hören, lesen oder sogar tun muss. Zum Beispiel Datteln im Speckmantel essen (die waren aber wirklich sehr lecker) oder auf jeden Fall die neue Goldfrapp hören. Dieses oder jenes Buch lesen oder den einen oder anderen Film sehen. Natürlich wehre ich mich vehement dagegen und habe zum Beispiel erst heute mit einem Buch angefangen, das ich vor einem halben Jahr mit solchen Worten umgarnt geschenkt bekam. Nach dem ersten Kapitel muss ich auch eingestehen, dass es ziemlich gut ist. Doch diese Erfahrung mache ich lieber selbst, als sie mir von anderen im Vorfeld vermitteln zu lassen. In der Regel meinen die Menschen solche Ratschläge überhaupt nicht so, wie ich sie auffasse. So ist das nunmal mit Meinen, Sagen, Hören und Verstehen. Wenn mir jetzt zum Beispiel der Franz empfiehlt, ich sollte mit mal die neue Platte von Soundso anhören denn die wäre ja wahnsinnig gut, dann gehe ich ja schon etwas voreingenommen in den iTunes Shop (wahlweise auch Plattenladen) und bin dann umso mehr enttäuscht, wenn es mich gar nicht so berührt, wie es den Franz berührt zu haben schien. Mit einem Buch wird es sich ähnlich verhalten: Das Buch von Dingsda ist total interessant und ich habe Dies und Das so und so verstanden und, jetzt kommt’s: Das musst du gelesen haben. Ist mir ja auch vollkommen neu, dass andere Menschen wissen, was gut für mich ist und was ich alles tun muss. Da kann ich mein Gehirn ja gleich an die Positronenforschung verscherbeln und lasse die anderen für mich fühlen, denken und handeln. Das ist übrigens auch ein Buch was jeder gelesen haben muss. In diesem Sinne…
Hardwarekrams
Die alte Lieblingsaxt ist beim Gitarrendoktor, nachdem sich die Bünde in den letzten Jahrzehnten zu einem hauchdünnen Nichts heruntergespielt haben.
Der Schalter im Wahwah ist kaputt und muss getauscht werden, Teile sind bestelllt, müsste eigentlich heute im Briefkasten sein, das Zeug.
Der Amp zickt – nach ca. einer viertel Stunde Betriebszeit verliert er an Druck. Oder meine Ohren werden müde, who knows… da muss vielleicht der Ampdoktor mal mit seinem Stethoskop ran.
Das Proben macht trotzdem Laune, es ist einfach prima, wieder in voller Besetzung zu sein. Auch wenn es für mich bedeutet, meine Gitarrenlinien umzudenken – durch die lange Zeit ohne Bass habe ich mir angewöhnt, viel zu sehr in den tiefen Frequenzen zu wildern, das mulmt im Moment manchmal ganz schön. Dafür kann/muss ich mehr Melodie mit einbringen, was ja auch nicht unbedingt schlecht ist.
Franz hat in der letzten Probe immer mit einem kleinen silbernen Ding verdächtig unauffällig rumhantiert, ich fürchte, er hat geheime Probemitschnitte gemacht… :-)
Until Tomorrow Then, When We Will Have Rain On The Pretty Ones
So ein Kurztrip nach Berlin ist schon was Feines: ein kleiner Nostalgietrip durch den alten Kiez, viele Freunde und Bekannte wiedergesehen (auch auf der Bühne im Tacheles), ein Patenkind und auch andere Kinder besagter Freunde besucht, zwischendurch lecker gespeist, inspirierende Gespräche geführt, dabei neue Pläne gefasst sowie einfach nur ausgiebig rumgehangen und mich angemessen erholt.
Dabei habe ich dann auch eine wirklich erwähnenswerte musikalische Entdeckung gemacht, auf die mich der dünne Mann von Viktoriapark aufmerksam gemacht hat.
Ladies and Gentlemen, I give you: Ed Harcourt!
Mal abgesehen davon, dass er eine bemerkenswert schöne Stimme sein Eigen nennt, schreibt er mitunter auch ganz fantastische Songs. Umso erstaunlicher finde ich es, dass ich nicht schon eher auf ihn gestoßen bin. Immerhin hat er seit 2001 fünf Platten veröffentlicht.
Wenn ich mir dann überlege, wie andere, neuere Singer/Songwriter in den Feuilletons hochgejubelt werden: Conor Oberst/Bright Eyes, Adam Green, Belle & Sebastian oder sogar Feist – die meisten davon finde ich ohnehin überschätzt und sie können Ed Harcourt alle nicht das Wasser reichen (sorry, Leslie, und das, obwohl von Dir mein Lieblingslied des vergangenen Jahres stammt).
Sicher bewegen sich nicht alle Songs auf seinem 2006er Album „The Beautiful Lie“ ständig auf höchstem Niveau, aber „Until Tomorrow Then“ und „Rain On The Pretty Ones“ sind für mich in ihrer erhabenen Melancholie die besten Nummern, die ich seit geraumer Zeit gehört habe.
Faszinierend finde ich auch, dass er diese Platte offenbar mit einem Höchstmaß an künstlerischer Freiheit gestalten durfte, so kompromisslos, wie die Songs arrangiert und instrumentiert sind.
Ein bisschen klingt er wie ein kaputter Rufus Wainwright, aber ohne den übertriebenen Kitsch, ein wenig Tom Waits steckt in den Songs auch drin, jedoch ohne dessen überzogenen Abgedrehtheit, eine Prise von Fiona Apples Erstlingswerk findet sich ebenfalls, daneben mitunter engelsgleicher Gesang à la Jeff Buckley, ein Schuss Elliot Smith und dann noch Einflüsse der beiden Nicks Drake und Cave. Doch irgendwie werden all diese Assoziationen seinem Werk auch nicht gerecht.
Da hilft wohl nur reinhören, und wer die Platte gerade nicht zur Hand hat, kann sich über diesen Live-Mitschnitt von „Rain On The Pretty Ones“ schon mal ein Bild machen, auch wenn die Soundqualität leider zu wünschen übrig lässt:
So rain on the pretty ones.
Your useless lives don’t speak to us.
Rain on the pretty ones.
You leave no footprints in the dust.
Adventurous, you used to be.
But now you seem so dead to me.
Alles neu macht der Mai.
Nee, der Januar. Alte Seite abgeklemmt, neue Seite ist im Kommen. Winterschlaf war gestern, Stay tuned,
pøpsicle

