Gute Besserung

Als verwöhnte und verzogene Hauptstadtgöre konnte ich mir nie vorstellen, dass großartige Musiker oder Sänger nicht aus Berlin kommen würden.Angefangen in den Siebzigern – ich will jetzt nicht noch weiter zurückgehen und alle Künstler aus den Roaring Twenties aufzählen – mit der Berliner Schule und Künstlern wie Klaus Schulze und Tangerine Dream, die den Grundstein für Trance und Goa legten. Ende der Achtziger Jahre beherrschte die Band Plan B mit einer Mischung aus EMF, INXS und Primal Scream die Berliner Unis und die damals angesagten Clubs wie das Loft. Ihr letztes Album „Cyber Chords And Sushi Stories“ nahmen die Jungs 1993 in New York City auf, was für eine deutsche Band in dieser Zeit schon ein Ritterschlag war, zumal Plan B in Deutschland nur einem relativ ausgewähltem Publikum bekannt war. Hörbeispiele und kleine Anekdoten gibt’s hier  Die Ärzte darf man auch nicht vergessen, wenn man von großen Musiker aus Berlin (aus Berlin) schreibt. Und am Ärzteschweif hängen die Beatsteaks und an denen wiederum ein Dutzend unbekannter, guter Rockbands, die den Sprung verdient hätten, es aber niemals schaffen werden und sich deshalb spätestens nach dem dritten Versuch nach den Sternen zu greifen auflösen. So war das in Berlin schon immer, sagt man. Und nun das: Konstantin (ausgerechnet Konstantin) Gropper aus Oberschwaben, genauer gesagt Erolzheim 

 

 Dieser 1982 (1982!!!) geborene Musiker (Popakademie Mannheim) hat es tatsächlich geschafft ein sehr gutes, ich sollte mich zurückhalten, Album mit seiner Band einzuspielen, bei dem man zwar konzentriert zu hören muss (gestern in der Bahn musste ich schnell auf die Rockplaylist umspringen, um nicht die lauten Mitfahrgäste anzugehen), diese Konzentration einen aber immer wieder neue Töne, Strukturen und versteckte Melodien in den Liedern entdecken lässt. Für so einen jungen Kerl schon beachtlich. Also auf jeden Fall mal reinhören und dann wahrscheinlich auch kaufen. 

 

Leserbriefe

Kommentarfunktion ist deaktiviert